Mittwoch, 29. Dezember 2010

(ohnetitel) 125

Mir geht´s gut in der Heimat. Tausende Mädchendates stehen an und noch mehr Gequatsche habe ich schon hinter mich gebracht. Es ist so schön, seine Freunde immer wieder zusehen und alles ist so wie früher, als wir noch zusammen die Schulhöfe unsicher gemacht haben. Gestern besuchte ich eine Freundin, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Nachdem die Neuigkeiten ausgetauscht wurden, wurde ich Opfer eines kreativen Moments. Das Resultat könnt ihr nun hier sehen.
Die fette Glitzerkette habe ich aus Liverpool mitgebracht und die Ohrringe wurden von der Liebsten aus München gebastelt. Heute Abend ist die Megaveranstaltung in der alten Disco, die wir gerne besucht haben. Es wird sicher viele Wiedersehen geben. Ich bin schon total gespannt. Morgen werde ich mich endlich mit der guten Elli treffen. Bis dahin gammel ich noch erfolgreich im Bettchen.

Samstag, 25. Dezember 2010

Frohe Weihnacht!

Ich grüße euch wieder aufgewärmt aus der sächsischen Schneelandschaft. Dort hat es uns wieder hinverweht, wie jedes Jahr, denn Opa, Tante und co. leben hier. Wie jedes Jahr werden wir mit Kaffee und Kuchen sowie Plätzchen empfangen und die Weihnachtstradition nimmt ihren Lauf. Dieses Jahr ist es mir sehr schwer gefallen, in Weihnachtsstimmung zu kommen. In England gab es kein Weihnachtslied, kein Plätzchen oder keinen Weihnachtskalender für mich. Selbst der Nikolaus ist ausgefallen. Deshalb hat es mich hier von null auf hundert sofort erschlagen.  Dies lag wohl auch an meinem Geschenkeberg, den ich bekommen habe. So viele schöne Sachen.
Dabei wurde Sekt in Massen getrunken. Der gute Rosé von Rotkäppchen. Nach der Verschenkerei gab es dann erst gegen halb 9 Abendessen. Wir werden richtig revolutionär. So spät gab es noch nie Essen. Ich bin stolz auf meine Familie! So viel Lockerheit hatte ich dieses Jahr gar nicht erwartet.
Ich liebe unseren Weihnachtsbaum. Traditionell in Rot, Grün, Gold und Holzfarben. Das ist doch mal beruhigend für das Auge. Nachdem sich England lieber in Blau, Lila, Silber und kunterbunt blickend präsentiert, geniesse ich die warmen altmodischen Varianten.
Das Weihnachtsoutfit ist nun leider nicht dabei. Dafür das heutige. Am ersten Weihnachtsfeiertag wurden gute Klöse und Rosenkohl verdrückt. Danach sagt die Tradition, dass der Weihnachtsspaziergang ansteht. Durch dicke Schneemassen wanderten wir Stunden in die altbekannte Gartenkneipe, in der ich als kleines Kind heiße Steps auf der Tanzfläche abgeliefert habe, und der Glühwein wurde bestellt. Nach gemütlichen Beisammensitzen hiess es für uns wieder in die Kälte rauszuspringen.
Nun geht es zum Abendbrot zur Tante. Wieder Essen. Die Englandpfunde werden durch die Weihnachtspfunde noch erweitert. Dann werden Bilder von England gezeigt, Weihnachtsfilme geschaut und noch mehr Sekt konsumiert.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

(ohnetitel) 124

Nun folgt auch hier der Weihnachtskitsch. Es tut mir echt Leid und ich bin auch wirklich spät dran, aber ich habe absoluten Nachholbedarf. So ging es seit der Ankunft jeden Tag auf den Weihnachtsmarkt. Lecker Schupfnudeln und Glühwein bis mein Bauch bis oben hin gefüllt ist. Dazu Weihnachtsmusik und ganz viel Tannenbaumkitsch. Ja, das gefällt mir an Deutschland. Deshalb folgt nun hier der Nachzügler-Weihnachtspost der Maxi. Am Sonntag ging es auf den örtlichen Weihnachtsmarkt. Sehr klein, aber gemütlich. 
Es ist so schön, geschmackvolle Dekorationen zu sehen. In England gibt es kaum gelbe Lichter und rote Kugeln. Nein - da muss es immer blinken, am besten in drei verschiedenen Arten und in allen Farben. Blaue Lichterketten stehen ganz hoch im Kurs. Das kann schon echt wehtun. Am Montag gab es das erste große Wiedersehen von hunderten mit Glühwein und Kartenspielen. Es gab viel zu erzählen und auszutauschen.
Gestern habe ich mich das erste Mal in das Zentrum Münchens gewagt. Ich muss gestehen, dass ich mich sofort wieder verliebt habe, als ich durch die Kaufinger gelaufen bin. Es musste noch ein paar Geschenke besorgt werden. Da ich nun auch krank bin, durfte ein Ingwertee mit Honig nicht fehlen. Es mussten noch ein paar Minuten abgesessen werden, bis ein weiteres Wiedersehen folgte.
Es ging aufs Tollwood. Ich bin in den drei Jahren, die ich hier wohne, nicht einmal auf dem Tollwood gewesen. Ich schäme mich. Denn es ist einfach so schön dort. Überall kleine Ständchen, Essen aus aller Welt und ganz viel Schmuck und Klamotten. Die ganzen Lichter lassen einen direkt ins Winterwunderland eintauchen. Trotz laufender Nase und Kopfweh habe ich mir den Glühwein gut schmecken lassen. Es wurde viel geredet und gelacht. 
Zum Schluss möchte ich euch mit einem Haus aus meiner Nachbarschaft entlassen. Soviel zu Geschmack. Den Strom, den die in der Weihnachtszeit verbrauchen könnten sie in  Weihnachtsgeschenke für die nächsten 10 Jahre investieren. Unglaublich.
Ich versuche in den nächsten 2 Stunden gesund zu werden. Schließlich steht ein lang ersehntes Wiedersehen mit der Nahna an. Ich denke, es wird wieder auf ein Heißgetränk hinauslaufen. Ich hoffe, dass ich euch demnächst mal wieder mit einem Outfit beglücken kann. Die Haare wurden ja auch geschnitten. 

Samstag, 18. Dezember 2010

Pennylane XVII

 -THE END-
Das ist nun das Ende. Ich bin in Deutschland. Einen Tag zu spät. Nach erholtem Schock sitze ich nun sicher im Loch und trinke warmen Glühwein. Gestern durfte ich 11 Stunden anstehen, um meinen Flug neu zu buchen. Denn meiner wurde annuliert. Habt ihr vielleicht in den Nachrichten mitbekommen, dass irgendwie ein bisschen Schneechaos hier in Deutschland herrschte. Tja, da stand ich nun den ganzen Tag. Wir bekamen eine Flasche Wasser (0,3l) und bis um 4 (nach 8 Stunden Anstellen mittlerweile) sprach keiner zu uns.  Das war der sinnloseste Tag meines Lebens. Als ich dann endlich dran kam, wurde ein neuer Flug für heute Morgen um 8.40 Uhr gebucht. Dazu gab es einen 10 Pfund Essensgutschein, den ich dann mit Eric, meiner amerikanischen Queue-Bekanntschaft, versucht hab zu vertilgen. So gab es doppelte Portionen für uns. Die haben wir nicht geschafft. Also wurde Proviant für den nächsten Tag angelegt - Just in case...Meine Kollegin hat mich dann wieder abgeholt. Da fing es an, in Liverpool zu schneien. Ich hätte fast das Heulen angefangen. Ich hab mich nicht im Flugzeug gesehen. Heute früh ging es dann zu spät los. Verpennt. 20cm Schnee und ein schneeunerfahrener englischer Fahrer mit Sommerreifen. Ich gab eine Lehrstunde in "Wie enteise ich mein Auto"gegeben - NEIN nicht mit dem Wasserkocher- Mit Hitze auf die Scheiben und einem guten alten Schneekratzer! Im Schneckentempo kamen wir rechtzeitig an. Panik. Doch der Flug ging. Eine Stunde zu spät, da die Flügel enteist werden mussten. So holprig endet nun mein Praktikumsaufenthalt in England. Ich vermisse es jetzt schon. Ich kann die deutsche Sprache um mich herum gar nicht ertragen. Fernsehen -pfui. Ich werde sicher noch ein paar Erfahrungen, Kulturschocks hier verewigen. Ich bin froh den Arbeitsweg gewählt zu haben. Somit habe ich direkt in der englischen Kultur gelebt. Ich habe viele Geschenke bekommen. Aber dazu in den nächsten Posts. Mit England ist noch längst nicht abgeschlossen.

Montag, 13. Dezember 2010

Pennylane XVI

Nachdem ich erfolgreich die Weihnachtsfeier mit meinen Kollegen in Liverpool überlebt habe, ging es das Wochenende mit meiner Chefin nach York. Dort wohnt sie nämlich und nach 2,5 Stunden kamen wir da auch endlich an. An diesem Wochenende wurde viel geschlemmt. Engländer lieben es, Essen zu gehen oder das Essen nach Haus liefern zu lassen. So ging es am Freitag zum Chinesen (die haben doch wirklich Pommes dazu bestellt?) und am Samstag wurde beim Inder bestellt. Am Sonntag wurde der Tag dann im wunderschönen York verbracht. Traumhaft. York ist eine der ältestens Städte Englands, von Wikingern und Römern erobert und umkämpft. All die alten Stadtmauern sind erhalten, sowie alle historischen Gebäude.
Gleich ging es zu Minster im Stadtkern. Die York Minster ist die zweitgrößte gotische Minster Nordeuropas. Mich überwältigen solche Gebäude immer wieder. Alles ist so süss im Stadtkern. Die Mauern umschliessen das Zentrum sicher und man schlengelt sich durch alte, enge Gassen wie in Zeiten, als die Wikinger dort lebten. In York kann man Geschichte leben.
Und dann, meine lieben Freunde, fand Maxi ihr deutsches Glück auf dem Internationalen Weihnachtsmarkt in York. Deutsche Bockwurst, Glühwein und Oktoberfestmusik. Was für ein Fest. Es war so lustig und fühlte sich komisch an, meinen ersten Nürnberger Glühwein in der Hand zu halten. Die Engländer stehen auch drauf. Da waren wir uns einig. Nur mein Mitgrölen (...und dann die Hände zum Himmel...) konnten sie leider keine Competition machen. Zu schräg, diese ganze Veranstaltung.
Weiter ging es durch die kleinen geschmückten Gassen (The Shambles), um ein paar Shoppingnotwendigkeiten zu erledigen. Danach folgte unsere Erkundungstour der Wikinger. Es ging tief in die Keller des Museum, wo uns alles über die Geschichte Yorks nähergebracht wurde. Unglaublich gut gemacht. Und wieder ein bisschen schlauer.
Ja, der Pfeil zeigt in die richtige Richtung. Es gab noch einmal Cheesy Chips und lecker Cider. Dann ging es ab nach Hause. X-Faktor Final schauen. Schade, dass Cher es nicht geworden ist. Aber Take That sind aufgetreten. Traumhaft. Danach ein bisschen Coronation Street (DIE Soap im englischen Fernsehen - ich darf ja nicht gehen, ohne Coronation Street gesehen zu haben, jaha!) und ab in die Heia. Heute ging es wieder auf Arbeit und gerade versuche ich erfolglos meinen Koffer zu packen. Das wird ein Graus sag ich euch. Ich werde mir nun eure Posts durchlesen. Am Freitag geht es zurück nach Deutschland. Das wars, Lars.