Sonntag, 28. November 2010

Pennylane XIII

Und wieder einmal habe ich den Kampf gegen den blöden Internetstick gewonnen. Der wollte nämlich nicht so wie ich wollte, again. Nun habe ich endlich eine Verbindung zur Aussenwelt und werde euch fix mit neuen Bilder aus England versorgen. Am Freitag bin ich nach Leeds zu meiner Johanna gefahren. Es war schön, sie wiederzusehen. Wir sind auf ein Konzert gegangen und es wurde viel Alkohol konsumiert. In der Nacht erreichte uns sogar der erste Schnee. Somit wurde der Abend mit einer fetten Schneeballschlacht beendet. In St Helens gab es noch keinen Schnee. Es ist einfach zu kalt. Am Samstag musste ich aber sehr füh aufstehen, denn die große Reunion stand bevor. Anais kam nochmal in St Helens vorbei und wir freuten uns wie Schnitzel.
Ein bisschen Weihnachtskitsch für euch. Ich steh voll drauf. Es ist unglaublich frostig hier. Deshalb ist Freund Fellweste immer mit dabei und die dicken Socken sind schon an meine Füße angewachsen. Auch die Fellhandschuhe dürfen nie Fehlen. Sonst überleb ich das nicht. Somit flüchteten wir gleich ins Kino: Harry Potter war angesagt. Ich sehr erfreut, dass der Film wirklich viel besser ist als der sechste Teil. Den fand ich nicht so super. Aber der aktuelle Teil hat wieder alle Erwartungen erfüllt. Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Film zu sehen. Danach ging es erneut in den altbekannten Wetherspoons. Dort gönnten wir uns viel Cider, Spicy Rum (keine Ahnung, was da drin war), Nachos und Burger. 

 Danach tingelten wir noch ein bisschen durch die Straßen St Helens und gingen relativ früh ins Bettchen, denn am nächsten Tag hieß es für uns früh aufstehen. Ich habe sie zum Flughafen gebracht. Wir sind mit dem Bus nach Liverpool gefahren. Dies hat eine Stunde gedauert und wir wurden immer wehmütiger. Doch ich liebe es durch die kleinen Örtchen kutschiert zu werden. Alles ist so hübsch und klein. Wir haben seit einer Woche bestes Wetter. Strahlend blauer Himmel und die Sonne scheint ununterbrochen. Wir gönnten uns ein kleines Frühstück und warteten auf das Ende. Sehr dramatisch sag ich euch.
Mit Tränen in den Augen ging es für mich zurück. Allein. Ich gönnte mir eine Shoppingtour und habe endlich neue Schuhe von Topshop. Die werde ich euch in einem anderen Post zeigen. Übrigens habe ich in Leeds meinen ersten German Christmasmarket entdeckt. Leider durch die Scheiben des Taxis, welches mich zum Bahnhof gefahren hat. Das war wohl wieder nichts. Aber angeblich soll es hier auch einen Intercontinental  Market geben. Wenn ich ihn gefunden habe, gibt es für euch natürlich einen Bericht. Morgen fahre ich für zwei Tage nach Cheltenham. Da drehen wir einen neuen Film und Werbespot für Knauf Insulation. Zugfahrt und Übernachtung im Hotel trägt die Firma. Yes! Ich hoffe euer Wochenende war auch toll. 2 Wochen und 5 Tage sind noch übrig. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit rennt.

Montag, 22. November 2010

Pennylane XII

Wie gesagt habe ich den Samstag wieder in Manchester verbracht. Ich wollte meiner Arbeitskollegin unbedingt das Craft and Design Center zeigen. Ich liebe diesen Ort. Wenn man die Tür durchschreitet wird man sofort von der wohlig gemütlichen Stimmung gefasst und lässt sich von Shop zu Shop treiben. Jeder empfängt einen mit verschiedensten Räucherstäbchendüften und schöner Musik. Man kann sich die handgemachten Sachen anschauen, während die jungen Kreativen im Hinterstübchen für Nachschub sorgen. Ich würde gern dort meinen eigenen Laden haben, den ganzen Tag meiner Kreativität freien Lauf lassen und damit Geld verdienen - wenn ich kreativ wäre. Leider hat mich Gott mit keiner Ausdauer für kleine Dinge beschenkt. Deshalb heißt es für mich nur zuschauen und staunen. Wir haben uns Tee und Kuchen im kleinen Café des Hauses gegönnt und wurden depressiv, da wir gern alles mitgenommen hätten. Aber Handgemachtes kostet, nech?
 Frisch gestärkt sind wir dann weiter im Northern Quarter rumgezogen. Ich muss euch wirklich ans Herz legen - Wenn ihr Second Hand und Vintage liebt, dann ab nach Manchester. Der Northern Quarter ist voll damit. Von stylishen Designerläden bis hin zu kleinen Charity Shops, die reihen sich da nur aneinander. Falls ihr einen Guide dafür wollt, fragt mich. Wirklich, ich war auch in Paris und co. Aber das hat mich wirklich überwältigt. Ihr werdet auf jeden Fall fündig. Für mich ist leider nichts rausgesprungen (doch- Knöpfe). Mein Geld wurde in Weihnachtsgeschenke investiert. Ich hoffe meine Bilder geben euch ein bisschen die Möglichkeit, mit mir durch die wundervollen Läden Manchesters zu streifen.
 Nachdem wir die Masse von Charity Shops hinter uns gelassen haben ging es auf den Weihnachtsmarkt. Ich habe an deutsche Weihnachtsmärkte gedacht, da alle Engländer meinen, dass sie German Christmas Markets haben. Da hatte ich mich schief gewickelt. Der Weihnachtsmarkt in Manchester war einfach eine Ansammlung von nach draussen verlegten Vintage und Designerläden. Nix mit Glühwein und Holzspielzeug. Am Abend durfte ich auch den Liverpooler Weihnachtsmarkt kennenlernen. Wo man in Deutschland mit einem riesigen "Willkommen auf dem (Bitte Stadt einfügen) Weihnachtsmarkt"- Schild mit rechts einem Engel und links einer Schneeflocke begrüsst wird, kann man in Liverpool einen Lichterbanner mit rechts einem blinkenden, sich bewegenden Fußballspieler und links einer Gitarre finden. Tja, auch ganz witzig und ich musste einfach in mich hineingrinsen. Ich liebe England dafür. Trotzdem habe ich jetzt extremes Verlangen nach Glühwein und begebe mich weiter auf die Suche. Wenn ich ihn nicht finden sollte, bitte einen Vorrat an mich senden, den ich dann in Deutschland fix runterspüle!
Wir besuchten erneut die Chathedral of Manchester. Dieses mal hatten wir Glück und die Orgel spielte uns imposante Musik vor. Meine Kollegin hatte das alles noch nicht gesehen, obwohl sie eine halbe Stunde von Manchester entfernt wohnt. Bizarr.
Danach ging es wieder in meinen Lieblingspub. Dort wurde ein Ciderchen gezischt und ab nach Liverpool für Party. Diesen witzigen Koffer hat Lyndsey übrigens in einem der Second Hand Shops erstanden. Ich schreibe immer brav Tagebuch, wie ihr es da unten sehen könnt. Das hat meine liebe Freundin von Daheim für mich gemacht. Ich war noch nie so konsequent im Schreiben. Die Nacht in Liverpool war lang und sehr fluessig. Somit wurde der Sonntag nach später Heimkehr nur im Bettchen verbracht.
Tja, 3 Wochen und 4 Tage sind es nur noch. Meine Tage sind gezählt. Am 17. Dezember geht mein Flug nach München. Ich werde schon wehmütig und freue mich trotzdem auf das normale Leben. Meinen Alltag. Am Freitag geht es erneut nach Leeds auf ein Konzert. Samstag kommt Anais wieder. Sie bleibt für eine Nacht in St Helens. Wir werden Harry Potter schauen und danach ganz viel Cider trinken gehen, denn am Sonntag geht ihr Flug nun finally back to France. Ich mach es mir mal gemütlich und wünsche euch eine wunderschöne Woche. Ich hoffe ich habe euch ein bisschen Lust auf den Norden Englands gemacht.

Donnerstag, 18. November 2010

Pennylane XI

Kleiner Langeweilepost. Internet geht mal. Internet geht mal nicht. Jeden Tag riecht es verbrannt hier. Warum? Weil Engländer ihre Silvestergefühle gern das ganze Jahr ausleben wollen und jeden Tag irgendwo kleine Feuerwerke zu sehen sind. Auch wenn es nur drei Raketen sind. Das ist der Spaß schon wert, nech? Morgen Abend werden in Liverpool ein paar Ciderchens getrunken. Am Samstag wird es nach Manchester gehen. Weihnachtsshopping und German Gluhwein. Ich freu mich schon drauf, obwohl mein Geld dann steil den Bach runter geht und das für die Guten aus der Heimat. Aber das macht man doch gern. In England shoppen kann doch eh schon jeder. Internet und Billigflüge oder Englische Shops in Deutschland machen es möglich. Zu schade, dass nicht mehr für Shoppingausflüge übrig bleibt. Doch wenn man bei einer Packung Eier, ein bisschen Müsli, Bier und Joghurt 15 Pfund loswird, muss man sich wohl damit abfinden. Ich zieh mir nun Southpark rein. Der englische Cartman ist der Knüller. Der Haarreif ist von Primark, das Kleid ebenso (5 Pfund!!!) und die Vögelchenkette von Topshop. Ich hoffe ihr habt ein tolles Wochenende. Ich hoffe, ich auch. Schlaft fein ihr Nasen.

Sonntag, 14. November 2010

Pennylane X

Nachdem ich die erste Woche ohne Anais überlebt habe, ging es dieses Wochenende in das kleine, niedliche Örtchen Stafford. Dort habe ich Freunde besucht, die ich vor 1000 Jahren mal im Urlaub kennengelernt habe. Facebook machte es möglich, dass ich die paar Tage bei ihnen wohnen durfte. Ich lebte wie eine Prinzessin. Für mich wurde gekocht und Frühstück gemacht. Ich durfte in einem super bequemen Bett schlafen und bin in den Nächten nicht hundert mal aufgewacht. Ich schlafe eigentlich nie durch, seitdem ich in England bin. Fragt mich nicht warum. Matratze? Feng Shui? Wasserader?
Stafford ist genau so, wie ich mir die englischen Örtchen im Traum vorgestellt habe. Hübsche Häuser, kleine Vorgärten mit süssen Minizäunen, alte Backsteine umringt von grünen Feldern. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass man mir die Chance gab, ein bisschen die englische Landschaft zu erkunden. Der Samstag wurde als von Bäumen, Seen, Laubblättern und goldenem Sonnenlicht bestimmt.
Überwältigend schön, nicht? Ich Nullchecker dachte, dass England sehr flach ist, doch da lag ich total falsch. Auf dem Bild oben könnt ihr vielleicht ganz hinten am Horizont die Berge sehen. Die Hügel sehen alle so weich und fluffig aus und es roch auch unglaublich gut. Ich habe diese absolute Ruhe sehr genossen. Wir liefen weiter bis wir an einem kleinen See, welcher  von Steinfelsen umringt wurde, angekommen sind.
Am Abend ging es ab zum Tanzen. Ich kam mir wieder sehr grau neben den englischen Mädchen vor. Haha. Die Nacht wurde mit Chees and Chips beendet. Heute ging es mit dem Zug ab nach Hause. Am Morgen fand ich Tee und Toast auf meinem Bett wieder. So ein Toast mit salziger Butter kann schon der Knaller nach einer alkoholreichen Nacht sein.
 Gegen drei ging es mit dem Zug zurück nach St Helens. Ich liebe es, Zug zu fahren und die unendlich weiten, grünen Felder Englands mit den süßen Schäfchen drauf zu durchqueren. Richtung St Helens wird die Landschaft eher flacher und man kann so weit schauen, dass man sehen kann, wo die Wolken enden. Ich kann gar nicht beschreiben, wie es wirklich aussieht. Ich musste in Liverpool umsteigen um den Zug nach St Helens zu bekommen. Als Liverpool am Horizont erschien, mit der Metropolitan Church und dem Fernsehturm und so weiter, bekam ich Gänsehaut. Ich wollte so gern in Liverpool bleiben. Nächstes Wochenende muss ich nochmal nach Liverpool. Definitv. Ich glaube, Liverpool hat sich heimlich den Thron der Lieblingsstädte ergattert.

Sonntag, 7. November 2010

Pennylane IX

London. Tja was soll ich sagen. Imposant, überwältigend, wunderschön und romantisch. Jeder kennt es und findet die selben Worte dafür. Das Wochenende ging es mit dem Bus in die Hauptstadt und wir konnten bei einer Freundin aus Deutschland übernachten. Da die Busfahrt sechs Stunden dauerte, aber nur 7,50 Pfund kostete, konnten wir effektiv nur den Samstag nutzen, um durch die Weltmetropole zu sprinten. Anais war noch hier und ich mit 13 oder 14. Somit wurden natürlich die ganzen Sehenswürdigkeiten abgeklappert und für Shopping blieb keine Zeit. Ich hoffe, ich habe Bilder für euch ausgewählt, die euch nicht langweilen. Trotzdem werden wohl die ein oder anderen Sehenswürdigkeiten im Fotomarathon auftauchen. Für die, die trotzdem die Sightseeingbilder sehen wollen, kann ich gerne noch einen Post machen. Das erste Bild wurde 10 Uhr in der Früh vor dem süßen Haus in Kingston geschossen. Wir durften ja keine Zeit verlieren.

 Wir starteten an der Waterloo Station und liessen uns vom Touristenstrom leiten. London ist ganz anders als der Norden. Viele imposante Häuschen und Gebäude, süß und sauber. Trotzdem fand ich das ganze Tourigedränge echt anstrengend und ungewohnt. Weiterhin war es sehr schade, dass alles Eintritt kostet und das einfach nicht bezahlbar ist. Wie gern hätte ich The Houses of Paliament und Westminster Abbey von innen gesehen.  Aber auch von aussen kam englische Romantik auf und in meinem Kopf schwirrten die wildesten Ideen, was mich wohl drinnen erwartet hätte. Gegen Mittag wurde sich um 1 mit Anna am Trafalger Square getroffen um den  restlichen Tag zu dritt durch die Stadt zu schlendern. Ich war froh, als wir dann im St. James´ Park gelandet sind und ein bisschen die einsame Ruhe geniessen konnten.
Ich weiß auch wieder, warum ich Tauben seit meinem ersten Londonbesuch nicht mehr leiden kann. Diese ekligen fetten Vögel sind echt überall. Dieser Baum tat mir so Leid. Er sieht so tot aus und die fetten Klöpse hocken drauf als, als wenn sie wirklich noch was Essbares an ihm finden könnten. Wir liefen direkt zum Buckingham Palace. Er ist kleiner, als ich ihn in Erinnerung hatte. Überall machten wir Scherze mit den Polizisten, Gardisten und Marinesoldaten. Immer wieder ein Hochgenuss, dieses komische Volk.
 Weiter ging es durch den Hydepark hin zur Oxford Street und der St. Paul´s Cathedral. Weihnachtsdekoration begrüsste uns in den frühen Abendstunden. Obwohl ich die Vorweihnachtszeit in Deutschland vermissen werde glaube ich, dass es hier echt so romantisch wird. Natürlich gehörten die Towerbridge und der Tower of London zum Tagesprogramm. Die Sonne ging schon langsam unter und London zeigte sich von einer ungewohnt entspannenden Seite, welche mich total wehmütig machte. Zu viele Eindrücke und zu viele Emotionen erhaschen dich, wenn du durch diese Stadt läuft. Ich hatte bestimmte Lieder im Kopf und drehte meine eigenen Musikvideos. Das mache ich in solch berauschenden Situationen immer.
Ich glaube ich habe die Hälfte vergessen, aber ich wollte euch unbedingt heute Nacht noch die Bilder zukommen lassen. Abends ging es dann noch in den Covent Garden und Covent Market. Da wurden sogar schon ein paar Weihnachtsmitbringsel abgestaubt. Danach haben wir uns in einem Pub niedergelassen. Die Bilder werde ich euch wohl im nächsten Post zeigen. Sind nicht atemberaubend, aber vielleicht sehenswert. Ich muss nun schlafen. Die Busfahrt hat mich müde gemacht. Morgen geht es wieder auf Arbeit.
Das schlimmste hab ich ja noch gar nicht erwähnt. Anais und ich mussten uns trennen. Sie reist nun durch England weiter und ich bin hier wieder allein. Die nächsten Wochenenden sind geplant, doch die netten Abende nach getaner Arbeit sind passé. Es fühlt sich ein bisschen wie ein weiterer Neuanfang an. Wir sind beide sehr traurig und mussten mit den Tränchen kämpfen. Aber in drei Wochen werden wir noch einmal einen Abend zwischen Cider und Gelächter verbringen. Dann fliegt sie endgültig nach Frankreich zurück. Ich vermiss sie sehr.