Sonntag, 15. Dezember 2013

sunday bloody sunday

(Hut-H&M//Jacke-Humana//Pullover-H&M//Rock-Primark//Schuhe-Dr Martens)
Es ist mal wieder an der Zeit, längst verjährte Bilder aus der staubigen Kiste unter dem Bett hervorzuholen und euch zu zeigen. Verzeiht mir meine Nachlässigkeit, aber das echte Leben nimmt doch soviel Zeit in Anspruch, dass meine Online-Identität schlafen gehen musste. Doch nun zum Sonntag gibt es ein paar Eindrücke eines vergangenen Sonntags, den ich mit Elli auf dem Flohmarkt verbrachte. Nachdem wir uns mit Orangensaft stärkten, ging es auf die Suche nach neuen Schätzen. Lange hielten wir es nicht in der Kälte aus und sehnten uns schon nach einer gefühlten Stunde nach Kuchen und frischem Minztee. Also ging es fix ins Wahrhaft Nahrhaft an der Revaler Straße. Danach hieß es wieder ran an die Masterarbeit. Dieses Projekt sitzt mir jetzt sicher bis April im Nacken. Ich habe trotzdem vor, euch noch von meinen Trips und vor allem von Prag zu erzählen. Ich verkrieche mich nun wieder mit Tee an den Schreibtisch und werde mich wohl eher den Weihnachtsgeschenken oder anderen Blogs wie den Modenews von Zalando, als meinem Exposé hingeben. 

Today I am going to show you some pictures of a nice sunday a long time ago which I spent with Elli at the fleamarket. We were looking for some nice little treasures but we didn't stay for very long as it was cold outside and we were craving some nice cake and hot mint tea, so we went to the café Wahrhaft Nahrhaft at Revaler Straße pretty soon. After that I had to go back to my master thesis- this project will follow me until April definitely. I am still trying to keep you updated and tell you about my trips I've been on this year.

Sonntag, 10. November 2013

Tahtoisin ginitonicin

Da fallen die Temperaturen für ein paar Tage in den einstelligen Bereich und schon liege ich krank im Bett und langweile mich zu Tode. Ich kann es nicht ertragen, für länger als einen Tag in meiner Wohnung rumhängen zu müssen. Doch etwas Gutes hat es: Ich kann euch endlich die restlichen Impressionen von Helsinki zeigen. Was für ein Glück hatten wir in diesen Tagen. Strahlender Sonnenschein und 20 Grad im September. Helsinki ist wirklich überschaulich, schweineteuer und hat mich mit seinen Inseln sofort überzeugt. Überall kleine Inselchen und meine Freundin wohnt sogar auf der Insel Lauttasaari. So genossen wir Spaziergänge am Wasser entlang, schmissen traditionelle Flusskrebspartys (die mir den schlimmsten Kater meines Lebens verursachten), machten auch einen Trip inklusive Picknick auf die Insel Suomenlinna. Ich wünschte, ich dürfte noch einmal lecker Cider mit Blaubeerstreuseln im Sonnenschein genießen und meine Experimente mit dieser lustigen Sprache weiter ausbauen.

Now that it is cold I am lying in bed, feeling incredibly bored. I really dislike it being stuck in my flat. One good thing is that I can finally show you some pictures of Helsinki. We were so lucky with the weather, bright sunshine and over 20 degrees. Helsinki is pretty small, too expensive but charmed me with it’s islands and the seaside right from the beginning. We enjoyed walking around the island where my friend used to live, had a traditional crayfish party (which was responsible for the worst hangover of my life), went on a trip to another island and had a picnic there too. I wish I was still there, enjoying cider and blueberry pies in the sun and carrying on with my language experiment because this is probably the funniest language I´ve ever heard.

Dienstag, 17. September 2013

your mum´s trousers

Der erste Outfitpost nach über einem halben Jahr! Alter Schwede, wo ist die Zeit hin? Zeit wird es, dass ich euch wieder mit meinen Klamotten langweile. Ich habe mich die letzten 5 Tage in Helsinki bei meiner Freundin Johanna aufgehalten und eine kleine Erasmus Reunion gefeiert. Die Bilder dazu wird es später geben. Da wir so unglaublich viel Glück mit dem Wetter hatten, durfte ich den Tag im cropped Shirt und dieser phänomenalen Flatterhose verbringen. Diese ist ein Original aus den Zeiten, als unsere Mütter junge und hippe Hühner waren. Meine Freundin Lisa hat sie ihrer Mama aus dem Schrank geklaut, bevor sie in der Altkleidersammlung gelandet wäre und mir vermacht. Ich kann das Ding gar nicht mehr ausziehen. Die Schuhe habe ich Jenna auf unserem Flohmarkt abgekauft und den Rucksack kennt ihr noch aus alten Posts. 

The first outfit post in over 6 months. Jesus! Where did time fly? More than time to bore you with my clothes again. The last 5 days I spent in Helsinki with my friend Johanna I met in Prague. The pictures from the trip will follow soon. We were pretty lucky with the weather, so I could just wear this cropped shirt and these fluttery trousers I got from my friend´s mum. I love them so much, can´t take them off.

Freitag, 13. September 2013

thrift shop.

Als ich aus Prag zurück kam, hieß es für mich meine ganzen Sachen und Habseligkeiten aus dem Keller zu holen und in die Wohnung zurück zu schaffen. Dabei viel mir auf, wie viele Sachen in Vergessenheit geraten sind und an wie viele ich mich nicht mehr erinnern kann. Bei manchen Dingen freute ich mich sogar sehr, sie wieder in den Händen zu halten. Doch dann traf mich mal wieder ein Schlag aus der Ferne und ich fragte mich, wie zur Hölle ein Mensch von 24 Jahren schon so viel besitzen kann? Und da liege ich ganz sicher noch bei weitem hinter dem Durchschnitt. Trotzdem packte mich die Wut und so sortierte ich radikal aus. Ich wühlte mich durch die Kisten und rief schließlich verzweifelt Jenna an. Ich fragte sie, ob sie einen Flohmarkt mit mir machen möchte. Sie war sofort dabei und schon stellten wir das Ding auf die Beine. Letztes Wochenende wurde meine Wohnung also gefüllt und von kaufwilligen Mädchen, die sich über das Zeug wie Schnitzel freuten. Es gab Sekt und Kekse für alle und so wurde der Flohmarkt ein voller Erfolg. Wir danken allen, die gekommen sind. Das hat Spaß gemacht. Trotzdem liegt hier immer noch genug rum. Schmuck in Massen! Wie bekomme ich diesen Kram noch los?

Last weekend I organised a flea market at my house to sell all the shit I discovered in my basement after I came back home from Prague. I couldn´t believe how much stuff someone already can own at 24. So I decided to call my friend Jenna and begged her to set up a flea market with me. So we bought some sparkling wine and biscuits for the girls and were pretty excited to see who would show up. And it was totally successful. So many friends came over and even girls I didn´t know found their way to my apartment. I want to say thank  you to all of you. We sold a lot but still there are loads of things left. Where can I get rid of it?

Montag, 9. September 2013

BER @ THF

all pictures from Stephan Flad


Und so ist auch das letzte Festival für mich vorbei. Vergangenes Wochenende schleppte ich mich alleine auf das Berlin Festival, da ich mir in einer dunklen Stunde meines Lebens eine dieser teuren Berlin Festival Karten gekauft habe. Ich habe nicht einmal drüber nachgedacht, ob jemand anderes geht. Also bestellte ich, wie von Geistern geleitet ein Ticket. Dauernd vergaß ich, dass an diesem Wochenende das Event steigen sollte: „Ja lass uns mal am Freitag zusammen abdäncen gehen!“, „Klar können wir auf ein Bier an der Spree rumhängen!“ – falsch gedacht, jedes Mal viel mir eine Stunde später auf, dass ich ja mit dem Tempelhofer Flughafen verabredet war. Widerwillig setzte ich mich also auf mein Bike und fuhr dem Projekt „Allein ausgehen“ entgegen… Und ich bin so froh, dass ich gegangen bin. 5 Minuten alleine rumstehen und schon hatte ich eine Gruppe Engländer (aus meiner Lieblingsstadt Liverpool) an der Backe. Zusammen feierten wir die Pet Shop Boys und Blur. Es war ein Fest. Ich bin nun offiziell großer Pet Shop Boys Fan. Diese abgefahrenen Kostüme und die Show – der Oberknaller. Am nächsten Tag zog ich mir dann noch Klaxons rein (super lame und zu leise – hab ich mal besser gesehen). Björk nahm ich mit und dann Fritz Kalkbrenner, der das Tempelhofer treiben würdig beendete. Danach raste ich zur Arena und schaute mir noch Breakbot an. Mein persönliches Highlight. Darauf hatte ich mich am meisten gefreut. So groovy und funky die ganze Mannschaft. Breakbot allein war ja schon sehr unterhaltsam, so eine coole Socke. Aber als dann Irfane und Band auf die Bühne trat, konnte ich nicht mehr still sitzen. Von den geilen Visuals will ich erst gar nicht anfangen. Der Gitarrist legte ein paar Soli aufs Parket, die mich umhauten. Am Ende hatte ich ein mega Wochenende. Trotzdem: 100 Euro für ein 2 Tagesfestival ohne Campen ist einfach zu viel!



Last weekend I went to my last festival of the year- The Berlin Festival. I wasn’t that excited because I thought I’d be going alone- apparently none of my friends bought a bloody ticket! I tried to sell the ticket until the last possible second, because I couldn’t be bothered going there on my own. I was so unexcited that I kept forgetting that I was meant to go there! ‘Of course we can go for a dance on Friday night!’, ‘Yes! Let´s hang out by the river with a beer on Saturday!’ - Think again, Maxi. I’d always realise an hour later that I had an appointment with the airport Tempelhof for The Berlin Festival! Reluctantly, I jumped on my bicycle and went to the old closed airport, all alone! And I am so glad I went there. It was fucking awesome. Pet Shop Boys and Blur put on a great show and I spent the evening with 5 English guys from Liverpool (you know my favourite city is Liverpool) who were on a stag do. The next day I saw Klaxons, Björk and Fritz Kalkbrenner. Afterwards I sprinted to the Arena in Kreuzberg and watched Breakbot – my personal highlight. At first, Breakbot was just a cool dude behind his turntable but when the guitarist, bassist and singer came on the stage I couldn’t stand still. They were so groovy and funky. I loved it! In the end I had an awesome weekend but still, 100 Euros for a two-day festival without camping is too much!

Samstag, 7. September 2013

Welcome to Sarajevo

Fangen wir mit Reisetagebuch an. Da ich leider nicht das Durchhaltevermögen besitze,  ordentlich und chronologisch vorzugehen, fange ich einfach mal mit meinem neuen Lieblingsplatz auf Erden an: Sarajevo. Dies war der zweite Stop meiner kleinen Balkanstour. Ich bin eher Typ Städtereisender und vor allem, wenn es um Plätze geht, die viel Geschichte zu erzählen haben. Sarajevo ist einfach ein unglaublich friedlicher und multikultureller Ort. Von der Natur und der Architektur wollen wir mal gar nicht anfangen. Nach einer kurzen Schlafpause früh um 7 Uhr ging es auf eine Tour, in der es um den Krieg zwischen 1992 und 1995 ging. Ich persönlich kann es einfach nicht fassen, dass ich ganz unbesorgt in den Kindergarten gegangen bin, während in Bosnien-Herzegowina Dinge passiert sind, die ich nur aus Geschichtsbüchern kenne. Die Stadt ist übersät von Einschusslöchern, welche als Mahnmal dienen sollen und einem vor Augen führen, wie wahllos und intensiv diese Stadt beschossen und bombardiert wurde. Ich habe noch nie einen Platz gesehen, der so viele Friedhöfe besitzt. Vor allem, da die meisten Einwohner Sarajevos Muslime sind, fallen die weißen Grabsteine mit zwei Säulen am Kopf und am Fuße der Toten besonders auf. Sportplätze mussten in Friedhöfe umgewandelt werden, es gab kein fließend Wasser, keine Elektrizität geschweige denn Nahrung, da die UN den einzigen Ausweg aus der Stadt blockierte. Öffentliche Hilfe gab es kaum. Deshalb entschieden sich die Einwohner Sarajevos einen Tunnel unter dem Flughafen zu bauen, um überlebenswichtige Dinge in die Stadt zu schmuggeln - 1 Meter breit, 1,60 hoch, 800 Meter lang. Wir besuchten diesen Tunnel. Da ich ja bekannter Weise eh zu kurz geraten bin, lief ich die paar Meter (die noch zugänglich sind) unter Hochspannungsleitungen ohne Probleme. Mir aber vorzustellen, dass größere Männer mit 50 Kilo Last auf dem Rücken gebückt und bis zu den Knien im Wasser mehrere Male am Tag ein und aus gingen, fällt mir schwer. Ich könnte hier noch so viel mehr über diese traurigen Jahre der Stadt erzählen, aber das würde das Bild verfälschen. Denn wichtig ist doch, was Sarajevo heute ist. Ein Ort voller Schönheit, Kultur und Friedlichkeit. Ihr seht es in den Bildern, wie hübsch die Stadt ist. Hier leben die drei großen Weltreligionen zusammen an einem Ort, weshalb Sarajevo auch das Jerusalem Europas genannt wird. Man wandert von Kirche zu Synagoge zu Moschee, trifft Menschen die einem so viel zu erzählen haben und kann sich von der entspannten Atmosphäre einfach verzaubern lassen. Wir alle waren von der Stadt so begeistert, dass wir auch prompt einen Tag länger blieben. Wir nahmen noch eine kostenlose Stadtführung mit, die uns einen allgemeinen Überblick über die Stadt gab und uns zum Beispiel auch zu dem Platz brachte, an dem Franz Ferdinand erschossen wurde.

Dem Stadtführer nach muss man 5 Dinge in Sarajevo getan haben:

Bosnian Coffee trinken - Alter, ist das Zeug gut.
Sarajevo Beer trinken - Gut, ein bisschen zu wässrig für eine Prager BIEREXPERTIN wie mich.
Sarajevo Zigaretten rauchen - Puh, viel zu stark, das Kraut.
Börek essen - Yummi, aber Berlin hat mir dies auch schon gezeigt.
Cevapcici essen - So gut.

Ich habe an dem schon erwähnten Tunnel einen Mann getroffen, der damals als Lastwagenfahrer heimlich in der Nacht ohne Licht über die Berge Bosniens fuhr, um Medizin, Nahrung, Menschen, Tiere und andere dringenden Hilfsgüter in die Stadt zu schmuggeln. Er ist in folgender Dokumentation auch zu sehen. Diese gibt eine gute Zusammenfassung der damaligen Situation Sarajevos. Er ist im Teil drei ab Minute 13 zu sehen. Ich bekam auch seine Adresse mit der Aufgabe, ihm eine Postkarte zu schreiben, nachdem er mir scherzend ein paar Anekdoten aus seinem Leben erzählte. Selten habe ich so eine spannende Persönlichkeit getroffen. 
Es heißt, wer einmal in Sarajevo war, kommt auf jeden Fall noch einmal zurück. Ich werde dem sicher nachgehen. 


I want to start with my travel diary from the last months of my Erasmus. My friends from all over the world and I went on a little adventure around the Balkans. I only went for 10 days, but some of my friends travelled for a few extra days. The first leg of our journey took us from Prague to Munich, then we went on to Belgrade, Sarajevo, Split, and finally Hvar. I am not very good at telling you everything chronologically, so I will start by telling you about my favourite place- Sarajevo. I love discovering cities and exploring their history and architecture, and in this respect, Sarajevo had a lot to offer. Considering its past, Sarajevo is such a peaceful, multicultural and beautiful place. I love the landscape and hills and its beautiful houses. It’s hard to believe that the war happened just 20 years ago. We arrived at 7 in the morning after a 7-hour bus ride from Belgrade. After a 2-hour nap I went on a tour called the ´Times of Misfortune´ tour, which was interesting yet shocking. I won’t tell you the whole story of the war but what I want to let you know is that the inhabitants of Sarajevo, who couldn´t leave the town, built a tunnel underneath the airport to smuggle food, weapons, medicine, and other essentials. Amenities were scarce, with a lack of food, water and electricity whilst Sarajevo was under the siege of the Serbian nationalists, but it was essential to have some of these resources in order to survive. I went to this tunnel and took a view steps through it. It was one meter wide, 1.60 meters high and 800 meters long, and always flooded. I met a man there who drove the trucks through the night and over the hills to get the essential goods to the people that needed them. He would drive without lights in order to keep himself hidden under the cover of darkness, enabling him to sneak food and resources to the people. It was amazing to talk to him and to listen to some of his stories- he was such an interesting man and I got along pretty well with him so I sent a postcard to him from Berlin to say thanks. You can see him in the video below (it is in German though). He is shown in the third part at 13 minutes. Nevertheless, today Sarajevo is a place where the three biggest religions are living together, yet the atmosphere is so harmonious, which is reassuring.

Moving on, a tour guide told me that in order to embrace Sarajevo properly, you must do the following:

-Drink Bosnian Coffee - yummy!
-Drink Sarajevo beer - too light, like water (Prague has moulded me into a beer connoisseur)
-Smoke Sarajevo fags - bloody hell these were strong
-Eat Börek - yummy
-Eat Cevapcici - so good

I could write so many pages about Sarajevo but I this will take bloody ages. So much happened there, such as the murder of Franz Ferdinand II, but I guess I’ll have to tell these stories like a grandmother with a cuppa in an arm chair with my thousand grandchildren around me on a boring, cold night in winter. Right, I will finish with one last sentence that the tour guide told us: ‘Everyone comes back to Sarajevo’. I know I definitely will.